Hideki Iinuma in seinem Atelier, an einer Skulptur arbeitend.

Künstler

Hideki Iinuma

© Ittetsu Matsuoka

Biografie

Hideki Iinuma wurde 1975 in Nagano, Japan geboren. Er studierte an der Aichi Prefectural University of Fine Arts sowie — mit einem Stipendium der französischen Regierung — an der École Régionale des Beaux-Arts de Nantes. Weitere Studienaufenthalte führten ihn via Erasmus nach Kopenhagen, Mailand und Karlsruhe. Er lebt und arbeitet in Tokio.

Sein Werk ist geprägt von der Technik des ichiboku-zukuri (一木造) — einem Verfahren der japanischen Holzskulptur, bei dem Kopf und Rumpf aus einem einzigen Holzblock geschnitzt werden. In dieser Tradition steht Iinuma in einem Dialog zwischen ostasiatischer Bildhauerkunst und westeuropäischer Gegenwartskultur — einem Spannungsfeld, das sein über zwanzigjähriges internationales Schaffen durchzieht.

Mode ist für ihn kein Oberflächenphänomen, sondern ein Zustand des Seins — ein stiller Ausdruck von Identität, Zeit und innerer Haltung. Seine weiblichen Figuren verkörpern einen Moment, in dem Geste zur Präsenz wird und Material zur Bedeutung.

Iinumas Werk ist in bedeutenden Sammlungen vertreten — darunter das Matsumoto City Museum of Art in Japan, das Ernst Barlach Museum in Deutschland und das Art and Museum Centre Sinkka in Finnland. Er hat in Japan, den Niederlanden, Deutschland, Finnland und Italien ausgestellt.

Seit 2003 besteht ein kontinuierlicher Dialog zwischen Iinumas Werk und dem vigilius mountain resort in Südtirol. resonance Ⅱ: becoming markiert 23 Jahre dieser Begegnung.

„Ich schnitze nicht nur Figuren — ich versuche, den Moment einzufangen, in dem Mode zur Haltung wird." — Hideki Iinuma

Vollständiger Lebenslauf

Ausstellungsgeschichte, CV und aktuelle Informationen auf der Website des Künstlers:

hidekiiinuma.com →

Auszeichnungen

  • 2016
    LUMINE meets ART AWARD, Großer Preis, Tokio
  • 2005
    Ernst-Barlach-Preis, Hamburg
  • 2004
    Internationales Bildhauersymposium, 1. Preis, Markneukirchen

Einzelausstellungen (Auswahl)

  • 2026
    resonance Ⅱ: becoming
    vigilius mountain resort, Lana
  • 2025
    resonance – sartorial stories in sculpture
    vigilius mountain resort, Lana
  • 2024
    Roulette · Recto Verso
    UG Gallery / Otherwise Gallery, Tokio
  • 2020
    Tentacle
    Marian Cramer Projects, Amsterdam
  • 2016
    Fighting Goddesses — über 300 Werke
    Matsumoto City Museum of Art, Japan
  • 2004
    Einzelausstellung
    Cornelius Pleser Gallery, München
Vollständige Ausstellungsgeschichte auf hidekiiinuma.com →

Sammlungen (Auswahl)

  • Matsumoto City Museum of Art, Japan
  • Ernst Barlach Museum, Deutschland
  • Art and Museum Centre Sinkka, Finnland
  • Kalevala Society Foundation, Finnland
  • Taguchi Art Collection, Japan
  • Swagemakers Collection, Niederlande
  • vigilius mountain resort, Italien

Künstlerstatement

Koku-Ikkoku (刻一刻)

For 23 years, Hideki Iinuma's sculptures and Vigilius Mountain Resort have resonated with one another.

The sculptures remain at Vigilius, while the act of making continues elsewhere. Between East and West, time unfolds in parallel.

Since its opening in 2003, Vigilius has existed in continuous dialogue with time and nature. Over the same span, Iinuma's artistic concept has remained unchanged, while continuously deepening.

This duration is not simply something that has passed. It is something that has been carved — moment by moment.

Koku-ikkoku (刻一刻) is a Japanese expression describing the way time moves forward continuously, moment by moment. The character koku (刻) also means "to carve" and "to mark time."

Each incision in the wood marks a moment in time. Each gesture defines the next, forming a sequence of decisions that cannot be predetermined.

The figure does not emerge toward a fixed completion, but through the accumulation of these moments — each one carved, each one irreversible.

Each moment is both an instant and an eternity.

In this sense, the act of carving and the passage of time are not separate. They are the same movement.

And this movement continues — as time is carved, and sculpture is formed, endlessly.

— Hideki Iinuma

presence, 2026 – Hideki Iinuma. Skulptur aus Zypresse, H53 × 21 × 12 cm.

presence, 2026 · Zypresse

Hideki Iinuma bei einer Live-Performance mit Akakilike, Japan 2025.
Hideki Iinuma mit Kettensäge bei einer Live-Performance, Japan 2025.

Live Performance mit Akakilike, Japan 2025

Hintergrund

Sculpting in Motion —
Works Born on Stage

Eingeladen zur Zusammenarbeit mit dem zeitgenössischen Tanzkollektiv Akakilike unter der Leitung von Choreografin Midori Kurata, betrat Hideki Iinuma die Bühne nicht als stiller Schaffender, sondern als Performer in Bewegung.

In einer siebzigminütigen Live-Performance schnitzte Iinuma Holz in Echtzeit, während Tanz und Klang um ihn herum entfalteten. Jede Skulptur entstand im Dialog mit den Gesten der Tänzer, dem Rhythmus des Atems und dem Puls des Klangs — geformt durch Zuhören ebenso wie durch Bewegung.

Die Performance wurde von Beethovens Streichquartett Nr. 15 begleitet. Seine langsamen, suchenden Passagen resonieren mit Iinumas skulpturalen Rhythmus — jeder Meißelschlag ein Echo der Meditationen des Quartetts über Zerbrechlichkeit, Erneuerung und stille Stärke.

Live Performance am vigilius · 13. Juni 2026

Ein neues Konzept — eigens für das vigilius

Am 13. Juni 2026 überträgt Iinuma das Prinzip der Live-Performance erstmals nach Europa — in einem völlig eigenständigen Konzept, das für das vigilius mountain resort entwickelt wurde.

Entlang der Glasfront der Bibliothek entstehen parallel vier Werkphasen — vom rohen Holz bis zur ausgearbeiteten Form. Im Rhythmus der Musik wechselt Hideki zwischen den Tischen. Der Prozess selbst wird zum Werk. Eintritt frei, Anmeldung erforderlich.

Zum Programm, 13. Juni 2026 →